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Seit nunmehr 13 Jahren verfolge ich das Zuchtgeschehen im Bezug auf den Neufundländer!
Bisher kamen meine Neufundländer ausschließlich aus den europäischen Zuchtlinien. Auf internationalen Ausstellungen sind nicht mehr so stark vertreten, da sich der größte Teil der Züchter auf die Zuchtlinien im Ausland konzentrieren um die Population zu erweitern. Ich finde dies auch mehr als wichtig, denn bei dem europäischen Neufundländer gingen über die Jahre hinweg wichtige Gene verloren, da die Linien zu eng verpaart wurden.
Dies bedeutet für mich aber nicht, die europäischen Linien außer Acht zu lassen, denn diese haben auch ihre Vorzüge. Der Europäer hat nicht die überdimensional großen Lefzen und hängende Augenlider. Wenn man den Ur- Neufundländer betrachtet ist der Kopf im allgemeinen wesentlich kleiner, wobei mir der bärenhafte, breite Schädel sehr gut gefällt. Dieser sollte aber nicht das Gesamterscheinungsbild des Neufis übertreffen. Ein zu kurzer Fang kann Gebissprobleme hervorbringen. Rückbiss, Vorbiss und auch fehlende Zähne sollten in der Zucht vermieden werden. Der etwas längere Fang hat beim Neufi auch seinen Sinn, denn unsere Bären arbeiten gerne mit der Nase... ;-)
Man sieht auch immer häufiger Neufundländer mit einem viel zu langen Rücken und stark abfallender Kruppe, ähnlich dem Schäferhund. Bei dem Gewicht, das ein Bär auf die Waage bringt, kann dies nicht gesund sein und entspricht auch nicht dem Rassestandard. Ein kompakter und doch eleganter Neufundländer gefällt mir daher weitaus besser.
Die Zuchtlinien vom Ausland, wie von Amerika, Skandinavien u.s.w. bringen uns Züchtern hier in Deutschland trotzdem etwas wesentliches zurück. Die Knochenstärke und gute Winklungen verbessern sich von Jahr zu Jahr. Gerade in der braunen Zucht sind diese fast nicht mehr zu sehen gewesen. Allerdings wurde diese auch stark vernachlässigt, da die weiß- schwarze Zucht die braune ablöste, so langsam besinnen sich die Züchter aber wieder.
Meiner Meinung nach wird der “Typ” des Neufundländers sehr stark von den Ausstellungsrichtern beeinflußt. Das Erscheinungsbild der Bären ist ja auch Geschmacksache, sollte aber vom Rassestandard nicht allzusehr abweichen und es schön zu beobachten, das sich einige der Spezialrichter auf diesen wieder besonnen haben.
Wie bei den meisten Züchtern, ist es auch mein Anliegen vor allem gesunde und charakterstarke Neufundländer zu züchten und dabei wird auch das äußere Erscheinungsbild nicht außer acht gelassen. Der Neufundländer ist ein Familienhund und kein Ausstellungsstück. Er ist ein Lebewesen, was auch manches Mal Fehler aufweist und kein Züchter kann von sich behaupten “nur” gesunde Hunde zu züchten, das wäre gelogen. Wir können lediglich darauf aufbauen, wenn wir gesunde Elterntiere miteinander verpaaren und trotz aller Sorgfältigkeit haben wir keinen Einfluß auf die Genetik der einzelnen Zuchttiere. Wie bei jedem Lebewesen gibt es Gene, die einfach nicht zusammenpassen. Würde bei den Menschen solch ein Aufwand betrieben werden, wie z. B. die zahlreichen Untersuchungen in der Hundezucht, so sollte sich jeder darauf einstellen, das über die Hälfte der Menschheit nicht zur Zucht zugelassen würde ;-), wegen irgendwelcher “Gendefekte”.
Es mag sich scherzhaft anhören, doch dies ist kein Scherz. Ein Neufundländer wird nicht willkürlich von uns Züchtern zusammengebaut, wir treffen lediglich, mit bestem Wissen und gutem Gewissen, die Entscheidung, wer die Erzeuger der Nachkommen sind.
Unsere Gesetzgeber sehen dies ganz anders. Sie verharren auf ihren Sesseln und betrachten den Hund nach wie vor als Sache. Ist dies nicht genetisch defektes Denken? Nichts für Ungut, doch eine Sache, die genetisch besteht, gibt es nicht!
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