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Gelenkerkrankungen beim Neufundländer
Hüftgelenksdysplasie-HD
Angeborene Mangelentwicklung (Abflachung) der Hüftgelenkpfanne, mit der Gefahr eines Austritts des Hüftkopfes, meist beidseitig. In den meisten Fällen wird dieser Defekt über die Eltern vererbt. Doch diese Erkrankung kann durchaus auch erworben werden. Fehler bei der Ernährung, sowie Überbeanspruchung der Gelenke (häufiges Treppen Steigen etc.) im Junghundalter, können eine HD herbeiführen.
Von den einzelnen Verbänden, wird bei den Zuchttieren eine entsprechende Röntgenuntersuchung (beim Neufundländer Mindestalter 18 Monate) vorgeschrieben. Diese Ergebnisse werden von den zuständigen rassespezifischen Auswertungsstellen wie folgt beurteilt:
HD-A 1 o. 2 Frei
HD-B 1 o. 2 Verdacht
HD-C 1 o. 2 Leicht
HD-D 1 o. 2 Mittel
HD-E 1 o. 2 Schwer
Ellenbogengelenksdysplasie-ED
Das Kürzel ED setzt sich aus vier Fehlbildungen zusammen:
1.OCD-Osteochondrosis dissecans Knochennekrose, evtl. mit Herauslösung eines Knochen- und Knorpelstücks aus der Gelenkfläche, sowie Bildung eines freien Gelenkkörpers (häufigste Beschwerde beim Neufundländer)
2.IPA-Isolierter processus anconaeus loser Krümmungsfortsatz des Ellenbogenhöckers
3.FPC-Fragmentierter processus coronoideus gebrochener innerer Kronenfortsatz
4.Arthrose Gelenkerkrankung, die vorwiegend bei einem Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und -gewebe entsteht (Form-Funktions-Problem)
Diese vier Beschwerden können sowohl einzeln, als auch kombiniert auftreten.
Wie bei der HD, wird der Grad einer evtl. Erkrankung anhand einer Röntgenuntersuchung ausgewertet.
Grad 0 keine Arthrose sichtbar
Grad I minimale Arthrose
Grad II mäßige Arthrose
Grad III schwere Arthrose
Nierenerkrankung
Cystinurie ( Quelle:Laboklin)
Die Cystinurie ist eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung mit Transportstörung bestimmter Aminosäuren (Eiweißbausteine) im Darmepithel und proximalen Nierentubulus. Die Harnsteine, die die klinischen Symptome verursachen, treten schon im Alter von 4 - 6 Monaten auf. Der genetische Defekt, der zur Cystinurie führt ist bekannt. Mit Hilfe des DNA-Tests kann der Erbfehler unmittelbar nachgewiesen werden. Dies ermöglicht uns einen sehr sicheren DNA-Test zum Nachweis sowohl von erkrankten als auch von gesunden Hunden. Mit Hilfe des Tests können aber auch klinisch unauffällige Anlageträger identifiziert werden, die diese Erkrankung in der Population weiter verbreiten können, aber mit üblichen Laboruntersuchungen nicht aufgedeckt werden können.
Warum ist es sinnvoll auf Cystinurie zu testen?
Gerade durch eine Zucht mit klinisch unauffälligen Anlageträgern wird das betroffene Gen unbemerkt in der Population weiterverbreitet und das Risiko von auftretenden Erkrankungen stark erhöht.
Wie funktioniert der Test?
Der Genabschnitt, der den Erbfehler trägt, wird mittels der sog. Polymerase-Kettenreaktion zunächst vervielfältigt. Anschließend wird über den sog. Genetic Analyzer automatisch die Gensequenz entschlüsselt und der die Cystinurie verursachende Erbfehler direkt sichtbar gemacht. Dies ermöglicht eine sehr hohe Testsicherheit.
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